Spahns Krisenmanagement

Bitte zweimal täglich auf nüchternen Magen applaudieren. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte ihren Bankberater oder Psychologen.

Lieber Herr Spahn,

wir müssen reden. Gestern war ich im Supermarkt. Klopapier war übrigens schon wieder ausverkauft. Ich habe seit Wochen kein Glück.

Heute geht es mir aber nicht um Klopapier, sondern noch mal um Schutzmasken: Die wenigen, die eine Schutzmaske im Supermarkt hatten, waren überwiegend mit selbstgebastelten Exemplaren ausgestattet. Ich bin erstaunt, wie zufrieden einige damit ausschauen, obwohl diese keinerlei Selbstschutz bieten.

Wir alle wissen ja inzwischen, dass nur die FFP2 und FFP3 Masken den Träger vor der Virusinfektion schützen.

Die, die es aufgrund der weltweiten Pandemie nicht mehr ausreichend gibt. Nicht für Italien, Frankreich, Spanien, USA und noch weniger für Indien, Mexico und all die anderen Länder.

Und auch nicht für Deutschland.

Wieso hat die Regierung Notvorräte an Lebensmitteln für die Bevölkerung für 3 Monate, Benzinvorräte für 6 Monate, damit wir Auto fahren können? Aber so wenig Schutzkleidung, das selbst Ärzte nach einer Woche Pandemie ihre Wegwerfmasken zur Wiederverwendung desinfizieren müssen?

Dieser Post erreichte am ersten Tag über 5.000 Leser

Wie erklären Sie diese Missstände, Herr Spahn?

Ist es möglich, dass Ihr Krisenstab versagt hat? Sie und Ihr Team kein ordentliches Krisenmanagement betrieben haben?

Wie, Sie wissen nicht, was ordentliches Krisen- bzw. Katastrophenmanagement ist?

Ich hatte es befürchtet.

Gut, dann will ich Ihnen das hier mal erklären. Krisenmanagement hat viel Ähnlichkeit mit der Sorgfaltspflicht, die Heilpraktiker einhalten müssen.

Stellen Sie sich einfach vor, Sie wären der Kapitän eines großen Passagierschiffes, das die Weltmeere überqueren will.

Beispielsweise von Southampton nach New York.

Keine Ahnung, wieso mir gerade diese Strecke in den Sinn kommt.

Eine solche Reise ist wahrlich mit Risiken verbunden.

Aber wie sehen diese aus?

Das herauszufinden ist Aufgabe des Krisenmanagements.

Dabei wird überlegt, welche kleinen und großen Risiken eintreten können. Das größte ist das Worst-Case-Szenario, für das man dann Pläne erarbeitet, damit die damit einhergehenden Risiken entweder möglichst abgewendet oder gemildert werden.

Das Schlimmste, was einem Passagierschiff zustoßen kann, ist wohl der Untergang des Schiffes und der Tod aller Passagiere.

Der Kapitän trägt die Verantwortung für seine Passagiere.
Arroganz, Hochmut und das Missachten von wissenschaftlich nachweisbaren Fakten können beim Krisenmanagement hinderlich sein.

So, wie bei der Titanik.

Die Geschichte ist bekannt:
Die wenigen Passagiere, die etwas vom Zusammenstoß des Schiffes mit dem Eisberg mitbekommen haben, werden mit Schönrednerei und falschen Informationen beruhigt. Nur einige wenige werden in das Schicksal des Schiffes eingeweiht.

Aufgrund der fehlenden Rettungsboote starben zwei Drittel der Menschen, die sich auf dem Schiff befanden. Ausreichend Rettungsboote vorausgesetzt, hätte man Zeit gehabt, alle zu retten. Und zwar ALLE!

Was aus dem Kapitän der Titanic wurde, ist auch bekannt.

Und jetzt zurück zu „Kapitän Spahn“.

Das Krisenmanagement, das Sie betreiben, erinnert mich stark an das der Titanic.

WAS WÄRE, WENN…

Sie die mit einer Pandemie einhergehenden Risiken ernst genommen hätten? Einen Handlungsplan für den Notfall hätten ausarbeiten lassen? Sinnbildlich bevor “das Schiff mit dem Eisberg” kollidierte….

Oder noch simpler: Was wäre in Deutschland anders gelaufen, wenn wir ausreichend Schutzmasken hätten? Ich rede nicht von den selbstgestrickten Volksmasken, sondern von den FFPS und FFP3 Masken?

Und ich meine mit „genug“ nicht nur die Ärzte und Pflegekräfte.

Nein, ich meine ALLE Menschen.

Ich frage die Kassiererin im Supermarkt, die für den Mindestlohn arbeitet: „Was glauben Sie, wie die Einkaufspassage aussehen würde, wenn wir ausreichend FFP2 Schutzmasken für die Bevölkerung hätten?

Die Kassiererin antwortet trocken: „Dann könnten doch alle Geschäfte offen bleiben, und die Wirtschaft würde fast normal weiterlaufen.“

Das waren auch meine ersten Gedanken.

Und dann frage ich weiter: „Was hätten Sie unternommen, um die Gefahr der Pandemie, die nur eine Frage der Zeit war, abzuwenden? Was hätten Sie gemacht, wenn Sie unsere Bundesgesundheitsministerin wären?“

„Ich hätte es zur Pflicht gemacht, dass jeder Haushalt für jeden Bewohner echte Schutzmasken (FFP2) vorrätig hat. Das wäre dann Pflicht wie der Verbandskasten im Auto. Dann hätten wir das ganze Theater nicht.“

Ja, so klug sind unsere Frauen an der Kasse, die für 10,50 Euro Mindestlohn die Stunde arbeiten.

Ich schlage vor, dass wir ein paar überflüssige Politiker durch Kassiererinnen austauschen, die denken offensichtlich pragmatischer.

DIE “ERTRINKENDEN”

Weil wir halt nicht die nötigen „Rettungsboote“ haben, schlittert Corona uns durch den Lockdown in eine wirtschaftliche Rezession. Von den psychischen und sozialen Schäden mal ganz abgesehen…

Nein, es ist nicht Corona.

Das Krisenmanagement von Spahn schlitterte uns in eine wirtschaftliche Rezession.

Der Lockdown hat aber auch seine Vorteile:

Da ich viel Zeit habe, kann ich Ihnen jetzt viele Briefe schreiben. Wie finden Sie meinen selbstgebastelten Mundschutz? Klasse, oder?

Mit freundlichen Grüßen

Monika M. Hoyer

PS.: Fast hätte ich es vergessen. Für den Fall, dass Sie nicht selber darauf kommen: Ein Rücktritt wäre angemessen.

LESETIPP
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/coronavirus-spahn-schutzmasken-100.html

https://www.stern.de/politik/geschichte/titanic-die-traurige-geschichte-eines-grossen-schiffes-3353406.html

Weitere Beiträge aus dieser Rubrik

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments
0
Would love your thoughts, please comment.x
()
x
Send this to a friend