Demo-Frühlingserwachen auch in Schweden

Von Hamburg nach Stockholm sind es für mich und den Corona-Virus weniger als 1000 km Entfernung. Eine fortlaufende Zeitzeugen-Chronik von mir und meiner Cousine aus Schweden. Teil 2 von 2

Liebe Zeitzeugen,
Liebe Erdenbürger,

wir leben in einer Zeit, in der Wissenschaftsdogmatismus und einseitige Berichterstattung unser Leben zu beherrschen droht. Und jeder von Euch ist Teil dieses historischen Ereignisses. Jeder Erdenbürger ist für bestimmte Regionen unseres Landes mit seinen individuellen Erlebnissen Zeitzeuge. Was, wenn Deine Kinder oder Enkel in zehn oder zwangig Jahren fragen, wie Deine Haltung in dieser Zeit war? Wie Du Dich gefühlt, gedacht, geredet und gehandelt hast? Dieser Tag wird kommen! Und genau dafür mache ich diese Zeitzeugen-Chronik mit Presseberichten aus den Leitmedien und regelmäßigen Interviews mit meiner Cousine Gaby, die seit über 20 Jahren in Stockholm arbeitet und im Umland mit Mann und zwei Kindern lebt. Mein Augenmerk liegt dabei auf den psychischen und seelischen Kollateralschäden und das Thema Freiheit und Rechtstaatlichkeit.

Wenn Du auch Zeitzeuge werden möchtest, dann folge mir gerne über diesen Beitrag und teile Deine Gedanken, Erlebnisse und Fotos im Kommentarfeld.

KW 11:
20. März 2021

20. März 2020: Demo in Kassel mit 20.000 bis 40.000 Teilnehmern
Ich war von 11:30 bis ca. 16 Uhr auf der Demo in Kassel, die nicht von den Querdenkern, sondern vom lokalen Veranstalter “Freie Bürger Kassel” organisiert wurde.

Am Rande wie immer die Gegendemonstranten der Antifa (schwarz Bekleidet, Masken), an denen man vorbei musste: Schwarz überwiegend gekleidet und allesamt mit der geforderten FFP2 oder Medizinmaske, die Meisten so vermummt, dass man sie nur schwer hätte identifizieren können – UND mit Fahrrad. Mein erster Eindruck war “oh, das riecht nach Ärger”.

Ein Fest der Liebe und Freiheit

Die Domonstranten ließen sich davon aber nicht provozieren, passierten deren Sperren, als wären es Hydranten. Abstand und Masken waren bei den Demonstranten an vielen Stellen nicht so, wie es sich die Politik gewünscht hätte, die Stimmung war insgesamt friedlich und positiv.

Eine Ansprache von Ralf Ludwig

Auf der Wiese vor dem Friderizianum gab es um ca. 12:40 Uhr eine Ansprache von Ralf Ludwig und Markus Heinz. Ralf Ludwig fordert uns auf, “zivilen Ungehorsam” zu leisten – aber friedlich! Unbedingt reinhören.

Ralf Ludwig und Markus Heinz

Danach ging es auf der Wiese, die sich bis 14:00 Uhr langsam füllte, weiter.

Irgendwann lief ein Ordner mit Megaphon durch die Menge und bat diese, sich aufgrund des Abstandsgebotes auf dem Weg zu machen. Da die Polizei am Rande dies befürwortete, schien es für alle Anwesenden okay zu sein. So bin ich mit meiner Gruppe gegen 14:30 Uhr Richtung Innenstadt gezogen, wo die Polizei uns dann in Richtung Schwanenwiese “wegleiten” wollte. Hier ging es somit weniger um die Frage, ob der Demozug genehmigt war, sondern darum, die Menschenmassen besser zu verteilen, damit die Abstände größer werden. Das jetzt anders zu deuten empfinde ich als Verdrehung der Tatsachen.

Schön war, dass unzählige Menschen aus den Fenstern und von Ihren Balkonen gewunken und und geklatscht haben. Mein Highlight dabei waren zwei Frauen, die mit Kopftuch vom Balkon winkten (Mann und Kind winkend an der Seite) als die Menschen laut “Freiheit … ist das Einzige was zählt” von Marius Müller-Westernhagen sangen. Als sich dann die Wasserwerfer an einer Stelle positionierten, zogen viele Demonstranten ihre Plastikcapes heraus und riefen Dinge, wie “Wir sind das Volk”.

Wir müsen mit Andersdenkenden im Gespräch bleiben.
Die Grundrechte sind aber nicht verhandelbar.

Monika M. Hoyer

Die Provokationen einiger fahrradfahrender und gut maskierter Antifas, die diesen Demozug mit einer Barrikade stoppen wollten, wurden von Polizisten (zum Teil auch sehr rabiat) beiseite befördert. In den sozialen Medien kursieren Aussagen, dass einige der Antifa-Aktivisten als Polizisten aus München erkannt wurden.

Wir impfen Euch alle!

Zurück am Friderizianum spreche ich dann mit einigen von der der satirischen Kleinpartei “Die PARTEI“, die sehr provokative Schilder hoch halten. Auf den meisten steht “Wir impfen Euch alle!” oder “Querdenker belasten 9 von 10 Beatmungsgeräten”. Mein Versuch, mit dieser Gruppierung ins Gespräch zu kommen, scheiterte zunächst.

Die satirische Kleinpartei “Die PARTEI”

Dann erbarmte sich ein 22-jähriges Parteimitglied genervt, dass das Plakat als Satire gemeint sei (das ist die Philosophie Der Partei, die mir offenichtlich nicht bekannt war). Jeder hier eine eigene Meinung vertritt – er persönlich der Meinung ist, dass jeder frei entscheiden solle, ob er sich impfen lasse. Drum herum zig Leute, die die Satire als Provokation verstanden, sich davon aber nicht beirren ließen. Mein Learning auf der Deomo: Miteinander sprechen hilft auch auf einer Demo, um Missverständnisse aus dem Wege zu räumen!

Sucht das Gespräch, um Gemeinsamkeiten mit Andersdenkenden zu finden.
Nur so können wir die Spaltung überwinden.

Monika M. Hoyer

Kravalle? Habe ich nicht gesehen

Wieso es später zu Kravallen mit der Polizei kam, das wird sehr gut im Video der Klagepagen beschrieben. Im Kern war die Demo um 16:00 Uhr längst beendet, nur noch wenige waren auf der Wiese und tanzten, als die Polizei diese später einkesselte. Die Bild-Reporterin stand schon ab 16 Uhr da (ohne Kamerateam) und wartete genau an der Stelle, wo eine tanzende Gruppe später mit der Polizei kollidierte. War alles nur inszeniert, damit die Presse wieder über Kravalle berichten kann? Es scheint so.

Berichgterstattung der Leitmedien: “Wie vom anderen Stern”

21. März 2020: Focus Online
“Absolut unverständliches Zurückweichen”: Scharfe Kritik nach Demo-Einsatz – Polizei reagiert
Tausende sind am Samstag dem Aufruf von Corona-Leugnern gefolgt, in Kassel gegen die staatlichen Maßnahmen zu demonstrieren. Die Polizei konnte die Versammlungsauflagen gegen die Masse nicht immer durchsetzen.

21. März 2020: hessenschau.de
Fragwürdiger Polizeieinsatz bei “Querdenker”-Demo in Kassel
Die Polizei war am Samstag mit einem Großaufgebot im Kasseler Stadtgebiet präsent, versuchte aber kaum, die gerichtlich festgelegten Auflagen durchzusetzen. Bei den nicht genehmigten Umzügen um den Stadtkern hielt sie sich zurück. Vereinzelt kam es laut Einsatzkräften bei Zusammenstößen mit “Querdenkern” und Gegendemonstranten zum Einsatz von Wasserwerfern, Schlagstöcken und Pfefferspray.

23. März 2020: tichyseinblick.de
Demonstration in Kassel: Deutsche Medien berichten wie vom anderen Stern
Was die Medien über die Demonstration in Kassel am 20. März berichten, hat wenig mit dem zu tun, was man dort als Augenzeuge erlebte.

KW 05-011:
01. – 19. März 2021

18. März 2020: Podcast
Prof. Dr. Ulrike Guérot ist Professorin am Departement Europapolitik und Demokratieforschung (DED) an der Donau-Universität Krems, das sie auch leitet, und Gründerin des European Democracy Lab (EuDemLab) in Berlin.
Corona im Rechtsstaat Folge 57 – PinG-Podcast “Corona im Rechtsstaat” (podigee.io)

18. März 2020: Reitschuster
“Euch trifft keien Schuld” (zwei Selbstmorde von Schülern einer Schule!)
Werner lebt mit seiner Familie in einer Kleinstadt bei Berlin. Er ist ein guter Schüler. Der 17-Jährige besucht die zwölfte Klasse des Gymnasiums. Das Abitur ist in Sichtweite. Werner hat große Pläne. Er träumt von einer Weltreise. Das Geld hat er gespart. In Werners Familie wird überlegt, ob er nach der geplanten Weltreise studieren möchte oder eine Ausbildung beginnt. Geldsorgen oder Streitigkeiten gibt es keine. Seit einem Jahr ist der Schüler im Homeschooling. Mit seinen Eltern spricht er über die Isolation und die Verbote, über seine Zukunftssorgen. An einem Sonntagabend im Februar 2021 verabschiedet sich Werner von seiner Familie. Er geht in sein Zimmer. Werner lädt die Hausaufgaben in die ICloud der Schule hoch. Werner legt sich schlafen. Für immer. „Euch trifft keine Schuld“, ist die letzte Nachricht an die Eltern. Die Eltern finden den Jungen Montagmorgen leblos in seinem Bett. … Werner ist nicht das einzige Todesopfer an seiner Schule. Keine vier Wochen vorher hat eine Mitschülerin seines Gymnasiums keinen anderen Ausweg mehr gesehen

14. März 2020: Die Zeit
“Wir haben sehr genau die Suizidstatistik im Auge”
DIE ZEIT: Herr Plener, Sie haben im Februar gemeinsam mit der Donau-Uni Krems eine Studie zu den psychischen Auswirkungen der Corona-Pandemie bei Schülerinnen und Schülern über 14 Jahren durchgeführt. Mehr als die Hälfte von ihnen leidet laut Ihren Ergebnissen an einer depressiven Symptomatik, etwa die Hälfte an Angststörungen, und 16 Prozent haben regelmäßig suizidale Gedanken. Ging es Jugendlichen in Österreich psychisch jemals schlechter?
Paul Plener: So hohe Werte haben wir in Studien tatsächlich noch nie gesehen. 

13. März 2020: RT DE
Berliner Richter reicht Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe gegen deutsche Pandemie-Politik ein
Richter Pieter Schleiter hält die deutsche Pandemie-Politik für verfassungswidrig. Nun hat er Verfassungsbeschwerde gegen die Bundesnormen und Landesnormen zur Pandemiebekämpfung eingereicht. Dazu ist er Mitinitiator des Netzwerks Kritische Richter und Staatsanwälte.

Zeitzeugin: Gaby, aus Schweden / Stockholm und Umgebung
Wann: 07. März 2020
Tema: Erste Demonstration in Schweden


Demonstration in Schweden:
Gaby: Gestern gab es die erste Demonstation in Schweden. Laut Presse ca. 600 Teilnehmer. Ich frage mich allerdings, gegen was die demonstriert haben, wo es hier doch so wenige Einschränkungen gibt im Vergleich zu Deutschland. Auf dem Schild im Foto wird geklagt, dass Medizinkonzerne nur Geld mit den Impfstoffen machen wollen. Aber es waren ja nicht viele Teilnehmer für Stocholm. Laut Presse waren da auch viele Rechte und es gab Gewalt gegen Polizisten, weil die die Demo auflösen wollten. Mehr weiß ich dasrüber nicht.
Die Rechten sind die drittgrößte Partei in Schweden. Traurig aber wahr. Der Grund, wieso die Demo von vielen verurteit wurde ist, dass wir gerade auf dem Weg in die dritte Welle sind.

04. März 2020: bei Markus Lanz
Der Top-Ökomom Daniel Stelter spricht in der Sendung von Markus Lanz das aus, was auch ich über unsere Politiker denke: Sie können es nicht – unser Pandemie-Politik ist reinstes Staatsversagen. Sie haben alle gemeinsam ihre Aufgabe nicht erfüllt!

02. März 2020: Ärzte Zeitung
Kinderärzte gegen regelmäßige Corona-Selbsttests bei Schülern
In dem Papier geht es auch um die Schnelltests zum Eigengebrauch – das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hatte vergangene Woche die ersten drei Produkte dieser Art zugelassen. Kinder- und Jugendärzte halten wenig von dem Vorschlag. „Ausgehend von allgemein anerkannten wissenschaftlichen Grundsätzen der Screening- und Infektionsdiagnostik erscheint es angesichts fehlender Daten zur Validität von Antigenschnelltests gerade bei asymptomatischen Kindern zum jetzigen Zeitpunkt weder gerechtfertigt noch angemessen, diese Tests flächendeckend in Schulen und Kitas einzusetzen“, heißt es in einem Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte sowie der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene… Bei Anwendung der Schnelltests sei zu erwarten, dass die Zahl falsch negativer und falsch positiver Ergebnisse „inakzeptabel“ hoch sein und dies „weit mehr Schaden als Nutzen“ anrichte, warnen die Verbände in ihrem Papier.

KW 05-08:
01. bis 28. Februar 2021

22. Februar 2020: Nordbayern
Bedroht Corona-Politik unsere Grundrechte? Wissenschaftlerin warnt vor “schleichendem Prozess”
Nordbayern: Ich habe im Moment eher den Eindruck, dass sich die meisten Menschen ganz gut mit der aktuellen Situation arrangiert haben und die Regeln hinnehmen, selbst wenn sie sie im Einzelnen nicht nachvollziehen können.
Guérot: Das ist in meinen Augen tatsächlich eine viel größere Gefahr: Dass eine Art Gewöhnung einsetzt. Dass wir uns in einem schleichenden Prozess langsam damit abfinden, dass Grundrechte in bestimmten Situationen verhandelbar sind. Wenn ich als Politikwissenschaftlerin auf den aktuellen parlamentarischen Prozess schaue, sträuben sich mir die Haare, auch im Hinblick auf kommende Krisen. Es ist für uns selbstverständlich geworden, dass die Parlamente außen vor gelassen werden und wir empfinden es fast schon als obszön, wenn man sie reinbringt, denn das dauert ja zu lange. …

KW 01-04:
01. bis 31. Januar 2021

23. Januar 2021: TAZ
Nach Krisengipfel: Virologe mit scharfer Corona-Kritik an Merkel und Söder – „Weit weg von Realität“ 
Merkel wollte Virologe Stöhr nicht bei Krisengipfel dabei haben. Der Epidemiologe riet auch, das Ziel einer Sieben-Tage-Inzidenz von 50 aufzugeben. „Im Winter ist dieser Zielwert illusorisch, reines Wunschdenken.“ In den letzten Wochen habe man gesehen, „dass wir in Deutschland mit einer Inzidenz von 130, 160, vielleicht 180 gut umgehen können. Die Krankenhäuser sind belastet, aber nicht überlastet“. .. Neben dem Münchner Top-Virologen Professor Dr. Alexander Kekulé geht auch dessen renommierter Kollege Professor Dr. Klaus Stöhr mit der Corona-Strategie führender Politiker hart ins Gericht: “Die Schließung von Kindergärten und Grundschulen sei „noch kritischer zu bewerten als Ausgangssperren“. Sie müsse „das letzte Mittel in absoluten Krisensituationen sein – und diese Krisensituation sehe ich derzeit nicht“. Stöhr: „So eine Seuche betrifft Risikogruppen, im Falle von Covid-19 vor allem alte Menschen. Wie man mit einer weiteren Schließung von Kindergarten- und Schulschließungen das Infektionsgeschehen in Altenheimen eindämmen kann, verstehe ich gar nicht.“

In diser Rubrik findest Du auch meine Zeitzeugen-Chronik für das Jahr 2020

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