KW 9-21: Als wir im Lockdown versanken

Zeitzeugenberichte aus Schweden und Fundstücke aus der Medienwelt

Liebe Eltern,
Liebe Politiker,
Liebe Zeitzeugen,

während es in Deutschland einen Lockdown mit politsich inszenierter “Schockwirkung” gab, wurde in Schweden plädiert “Ruhe zu bewahren” und um Kooperation und Vernunft gebeten.

Meine Top-Themen: FragDenStaat hat das Herausgeben des 17-seitigen Strategiepapieres bewirkt, dass unten in der Chronik einsehbar ist. Dieses Strategiepapier, dass in wenigen Tagen “zusammengezimmert” wurde, gilt als die Grundlage des Krisenmanagements.

Anbei eine Kurzzusammenfassung, wie unterschiedlich das Leben in Deutschland und Schweden im Zeitraum 17. Februar bis 24. Mai 2020 war:

KW 18 – 21:
27. April – 24. Mai 2020

Zeitzeugin: Gaby, aus Schweden / Stockholm und Umgebung
Wann? 16. Mai 2020

Themen: Denunzianten, Inlandsreisen

Für Mecklenburg-Vorpommern gilt seit dem 19. März 2020, dass jeder, der dort nicht seinen Hauptwohnsitz hat, unverzüglich das Bundesland zu verlassen hat. Somit auch die, die dort eine Zweitwohnung haben, solange sie nicht unter die strengen und (unklar definierten) Ausnahmeregelungen fallen. Ab dem 1. Mai dürfen die, die eine Zweitwohnung dort haben, wieder einreisen, hieß es. Umso überraschender war für viele der 1. Mai, als das Ordnungsamt bei vielen Wochenendhausbesitzern vorbei schaute und sie zum Abreisen zwang – weil zwar Zweitwohnsitzsteuer, nicht aber die (freiwillige) Meldung als Nebenwohnsitz beantragt wurde. Bürokratie vor Vernunft und Sinnhaftigkeit – das ist die deutsche Strategie in der Corona-Krise. Wie schaut es bei Euch aus?
Das ist ja echt abgefahren.
Was bei Euch so abgeht, nur 1000 km entfernt.
Mit Ordnungsamt, die auf Dein Grundstück kommen?
(erschüttert) Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll.
Nein, sowas gibt es bei uns nicht.


Welche Regelungen habt Ihr jetzt im Mai, um das Infektionsgeschehen einzudämmen? Gibt es etwas Neues zu berichten?   
Bei uns ist es wie eh und je.
Es werden massenhaft Empfehlungen raus gegeben.
Es wird gesagt, dass man im Sommer davon ausgehen soll, dass man nicht verreisen darf. Weder ins Ausland, noch in Europa.
Und in Schweden sollen wir auch nicht herumreisen.
Es wird immer noch gesagt, dass man so wenige Leute treffen soll, wie möglich.
Dass wir am besten zuhause bleiben sollen.
Aber es ist wie eh und je.
Es sind Ratschläge, Empfehlungen, keine Verbote!

Und, halten sich die Schweden an die Empfehlungen? So ganz ohne Strafen und Bußgeldkatalog?
Es wird gebeten, dass man da mitmachen soll.
Und die Allermeisten machen ja auch mit.
Es gibt aber keine Verbote.
Wir sind jetzt auch gerade in unserem Sommerhaus auf der (sehr einsamen) Insel. Wo wir fast jedes Wochenende verbringen. Dort ist es für uns sicherer.
Und wir haben jetzt zum zweiten Mal, nach acht Wochen (freiwilliger) Isolation zwei Freunde zu Besuch  bekommen. Letzte Woche und diese Woche.

Wir halten uns an die Empfehungen: Wir umarmen uns nicht …
Wir halten Abstand … und treffen uns in kleinen Gruppen.  

04. Mai 2020: Universität Bonn
Ergebnisse der „Heinsberg-Studie“ veröffentlicht
Der Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen gilt als Brennpunkt für das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2. Nach einer Karnevalssitzung kam es dort zu einer in Deutschland frühen und massenhaften Ausbreitung des Erregers. Im Rahmen der Studie hatte ein Forschungsteam um Prof. Dr. Hendrik Streeck und Prof. Dr. Gunther Hartmann von der Universität Bonn in der Ortschaft Gangelt eine große Zahl von Einwohnern befragt, Proben genommen und analysiert.

KW 14 – 17:
30. März – 26. April 2020

Zeitzeugin: Gaby, aus Schweden / Stockholm umd Umgebung
Wann? 24. April 2020

Themen: Wirtschaft und Kurzarbeit

Wie wirkt sich Corona auf Deinen Arbeitgeber / Job aus?
Unser Arbeitgeber (Architektenbüro) hat jetzt mit Kurzarbeit angefangen. Sie haben aber auch gute Gründe und diese sehr nett erklärt. Viele Aufträge sind weggebrochen. Die Absicht unserer Chefs ist, dass sie keinem kündigen wollen. Und deswegen werden ganz viele von uns in die Kurzarbeit geschickt. Damit die Geld sparen können und sie diese schwierige Zeit überstehen.

Wie ist die Kurzarbeit bei Euch geregelt?
Ab 1. Mai gilt es dann, dass wir nur 60% arbeiten und der Rest des Gehaltes über den Staat unterstützt wird. So bekommen wir rund 92% unseres Gehaltes. Die Lücke, die für die Rente entsteht, wird auch vom Arbeitgeber ausgeglichen.

Was machst Du in der Zeit, in der Du nicht arbeitest?
Unser Büro will die Zeit gut nutzen. Das heißt nicht, dass ich mich zwei Tage die Woche zu Hause in die Sonne legen kann. Wir werden die Zeit für interne Aus- und Fortbildung nutzen. Man kann immer was dazu lernen. Ich finde das Konzept sehr sehr sinnvoll. Es ist bei uns alles sehr gut durchdacht, wir haben eine riesige To-Do-Liste. Die Zeit wird positiv genutzt in einer anstrengenden Phase im Leben.
Wir sind stolz auf unser Büro.

25. April 2020: SPIEGEL (www.spiegel.de)
Eine goldene Gelegenheit”
Im Kampf gegen Covid-19 regieren Staatschefs weltweit mit Notstandsgesetzen und Sonderregelungen. Politiker mit autokratischen Neigungen nutzen die Krise als Vorwand, um ganz andere politische Ziele durchzusetzen. Weltweit haben Parlamente ihre Regierungen in der Coronakrise mit Sonderrechten ausgestattet, damit führende Politiker effizient gegen die Epidemie vorgehen können. Die Bürger müssen dafür fundamentale Grundrechte aufgeben, wie zB. das Recht, sich frei bewegenzu können, sich zu versammeln und sogar deren Meinung frei zu äußern. Problematisch ist, dass die Notstands-Ermächtigungen keineswegs automatisch aufgehoben werden sollen, wenn die Gefahr von Covid-19 vorüber sein wird.

MEIN LESETIPP:
24. April 2020 StGallen24 (www.stgallen24.ch)
“Der Spuk muss ein Ende haben
“Ist der Shutdown der teuerste Fehlschlag aller Zeiten?”, fragt Nationalrat Roger Köppel in seinem Weltwoche-Editorial. “Indizien mehren sich.”
Das Editorial von Roger Köppel im Wortlaut: “Kann es sein, dass der bundesrätliche Corona-Kurs ein tragischer Irrweg ist? Das Resultat einer medial-epidemiologisch befeuerten Politpanik, die Milliarden an Volksvermögen vernichtet und künftige Generationen auf Jahrzehnte hinaus belastet?
Wird der Corona-Frühling 2020 in die Geschichte eingehen als massenpsychologisches Hysteriephänomen, das mehr Existenzen ruiniert als die Krankheit, die allerdings ganzen Gesellschaften und ihren Regierungen vorübergehend den Verstand raubte?
Die Zahlen lassen diesen Schluss zumindest nicht als vollkommen abwegig erscheinen. Schauen wir auf die Schweiz. Die Katastrophe ist ausgeblieben. Die Horrorszenarien traten nicht ein. Werden sich diese Wissenschaftler jemals für ihre Angstmacher-Diagnosen verantworten müssen?

Zeitzeugin: Gaby, aus Schweden / Stockholm und Umgebung
Wann? 21. April 2020

Themen: Sport, spielende Kinder

Bei uns in Hamburg sind Spielplätze, Sportplätze, sogar Fitnessgeräte für Einzelpersonen im Wald gesperrt. Öffentliche Spielplätze für Kinder sind geschlossen, sogar die im Wald, wo man nur ganz alleine Fitness betreiben könnte. Kindergärten und Schulen sind weiterhin geschlossen, Jugendliche dürfen sich in Deutschland auch nicht mit Freunden treffen. Paradoxerweise haben aber ausgewählte Läden (unter 800qm) wieder geöffnet, allerdings mit Abstandsregeln. In den sozialen Medien wird viel gepostet, dass viele Hygieneregeln des Staates als “unsinnig” empfunden werden. Viele Fälle landen vor Gericht, die Verordnungen der Länder werden alle paar Tage aktualisiert. Es brauen sich diverse systemkritische Gruppen zusammen, die von den “Mainstream-Medien” als Verschwörungstheoretiker abgetan werden.

Welche Freiheiten haben Kinder und Jugendliche bei Euch?
Es sind wenig Kinder auf dem Spielplatz. Viel weniger als sonst. Die Spielplätze sind aber nicht abgesperrt. (siehe Fotos aus Stockholm, unten)
Die Kinder aus dem Kindergarten spielen den ganzen Tag auf dem Spielplatz.

MEIN LESETIPP!
21. April 2020: Mitteldeutscher Rundfunk (www.mdr.de)
Corona-Denunziationen: “Aufrufe aktivieren die dunklen Seiten der Menschen”
Seit Mitte März hat die Polizei in Sachsen über 3.500 Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz registriert. Ein Teil davon geht laut MDR auf “Bürgerhinweise” zurück. Ob es sich dabei um Denunziationen handelt, wird heftig im Netz diskutiert. Christoph Thonfeld, wissenschaftlicher Leiter der KZ-Gedenkstätte Dachau hat zu Denunziationen und Verrat geforscht. Im Interview mit MDR SACHSEN erklärt er, was Denunziationen sind und was sie so heikel macht.
Er nennt unterschiedliche Gründe, wieso Menschen von Denunzianten an Behörden gemeldet werden: Mal geht es darum, dem Nachbarn eins auszuwischen, weil man sich sowieso nicht versteht. Andermal darum, seine Minderwertigkeitsgefühle zu kompensieren.
Aufrufe des Staates aktivieren in jedem Fall die “dunklen Seiten der Menschen”. Es wird Ihnen der Raum gegeben, sich auszutoben, ohne ein schlechtes Gewissen dabei zu haben. Insofern trifft den Staat eine Mitschuld, Denunziationen und Bürgerhinweise auf so eine Art zu aktivieren.

Die Kontroll-Aufrufe des Staates: Einfach ungehOyerlich!

13. April 2020: FAZ (www.faz.de)
Die junge Generation braucht Freiräume“
Jugendliche trifft die Corona-Krise in einer Phase, in der sie nach ihrem eigenen Weg suchen. Gegenüber der FAZ mahnt ein Erziehungswissenschaftler: Man darf sie deshalb nicht aus dem Blick verlieren” und erklärt, wie sich die Zeit positiv gestalten lässt. Junge Menschen grenzen sich in der Phase des Erwachsenwerdens von den Eltern ab, entwickeln eigene Interessen und Routinen, machen erste sexuelle Erfahrungen. Vieles davon passiert normalerweise „außer Haus“. Dieser Prozess wurde durch die Krise jetzt abrupt gestoppt. Das soziale Leben junger Menschen ist quasi stillgelegt.

12. April 2020 FOCUS (www.focus.de)
Mit Corona-Papier geht Laschet auf Distanz zu Söder, Steinmeier und Merkel
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) geht auf Distanz zu Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und seinem bayerischen Amtskollegen Markus Söder CSU. Mitten in seiner Diskussion um eine geplante Lockerung der strengen Corona-Maßnahmen für NRW stellte Merkel klar, wer in Deutschland am Ende das Sagen hat: “Als Bundeskanzlerin habe ich bei allem Respekt vor jeder Meinung und bei allem Respekt vor jedem Argument (…) eine übergeordnete Verantwortung.” Ihre Rolle sei, “wirklich das zu sagen, was ist”. Damit reklamierte Merkel nicht nur die Richtlinienkompetenz der Kanzlerin für sich, sondern auch: die Wahrheit.
Anmerkung MMH: Das Verhalten von Angela Merkel: Einfach ungehOyerlich!

Zeitzeugin: Gaby, aus Schweden / Stockholm und Umgebung
Wann? 05. April 2020

Themen: Der schwedische “Sonderweg”

Ich habe von meinen Kieler Freunden schon von all den Einschränkungen bei Euch gehört. Dass man nur noch zum Einkaufen raus geht. Ganz Kiel ist wie eine Gespensterstatt. Ja, hier in Schweden ist es wirklich noch anders. Schweden hat ja auch eine ganz andere Richtung (den sogenannten “Sonderweg”) eingeschlagen.

Welche Richtung ist Schweden denn eingeschlagen?  
Vernünftiges Handeln wurde uns geraten. Wir haben auch massenhaft Beschränkungen. Das Leben ist für uns auch nicht mehr so, wie es vor Corona war. Das Leben hier ist aber wirklich nicht so streng wie bei Euch.
Umgangstechnisch sollen wir auch keine Freunde treffen. Es ist aber kein Zwang oder Verbot, sondern eine Empfehlung. Und hier geht auch keine Polizei herum die kuckt, dass man nicht raus geht. Wir fühlen uns noch frei.
Hier sind wahnsinnig viele Menschen, die spazieren gehen. Hier fällt einem ja sonst auch die Decke auf den Kopf, wenn man den ganzen Tag drinnen ist. Wir dürfen uns treffen, aber die meisten Schweden vermeiden das. Aber halt keine Verbote. Silva ist bei ihrem Freund. Martha hatte eine Freundin über Nacht bei uns.

Und wie schaut es mit Ostern aus?
Zu Ostern wird empfohlen, dass die Stockholmer nicht zu ihren Sommerhäuschen gehen, den Virus dort nicht hinschleppen. Es sind aber alles Empfehlungen, keine Verbote. Wir sollen es mit Vernunft angehen.  

Gibt es denn gar keine Verbote?
Doch. Das einzige was verboten ist, sind Besuche im Krankenhaus und im Altenheim. Die haben „dicht“ gemacht. Und große Veranstaltungen. Die sind auch nicht erlaubt. Alles andere sind Empfehlungen. Und die meisten halten sich auch daran.

Wie schaut es mit Homeoffice aus?
Den Menschen, die in Stockholm wohnen und arbeiten wurde empfohlen, möglichst zu Hause zu bleiben. Von Zuhause aus zu arbeiten. Jetzt wohne ich ja nicht in Stockholm, aber ich arbeite in Stockholm. Von daher arbeite ich seit drei Wochen (seit dem 14. März), als die Empfehlung raus kam, im Homeoffice. Wir sind im Büro ca.80 Leute und ich würde sagen, aktuell bleiben die Hälfte oder sogar mehr wirklich zu Hause. Aus unterschiedlichen Gründen: Entweder, um dem Rat der Politiker zu folgen oder, weil ein Angehöriger krank ist… das muss ja nicht Corona sein…, oder weil man sich selbst erkältet fühlt. Ich selbst bin nur einmal die Woche nach Stockholm rein gefahren, um mir neue Arbeit zu holen. Das kappt ganz gut. Uns wird gesagt, dass der Zustand nicht Wochen, sondern Monate so gehen wird. Wenn man im Norden oder Süden lebt, wird man vielleicht nicht zu Hause bleiben. Die Züge, die sonst gerappelt voll sind, sind zurzeit halb leer. Wenn man am Bahngleis steht, dann steht da oben der Lauftext: „Fahr wirklich nur, wenn Du wirklich musst, respektiere den Abstand und vermeide die Zeit, wo die meisten fahren.“ Damit nicht alle gleichzeitig im Zug sitzen.

Habt Ihr bei Euch auf der Arbeit Corona-Fälle?
Wir haben jetzt vermutlich fünf bekannte Corona-Fälle im Büro. Naja, was heißt bekannt. Hier wird ja keiner mehr getestet. Die fünf fühlten, dass sie etwas hatten, was sie vorher noch nie hatten. Daher kann man sich vorstellen, dass es Corona sein könnte.  

Wie schaut das Leben für die Kinder und Jugendlichen aus?
Die Kinder haben ab der 9. Klasse Distanzunterricht. Marta und Silva (ihre Töchter, eine ist am Gymnasium, die andere ist Studentin) haben ihren Unterricht von Zuhause aus. Mit Laptop und Internet hören sie, wie die Lehrer ihre Vorlesungen halten.
Das gilt somit nicht für die Kindergärten und Grundschulen, die hier bis zur 9. Klasse geht. Kindergärten und Schulen waren die ganze Zeit offen.  
In Schweden vertritt man die Ansicht, dass wenn man alles gleich reduziert und alles verbietet und alles schließt, dass dann das System zusammenbricht. Und die Menschen werden sich dann auch irgendwann nicht mehr an die Regeln  halten. In Schweden ist man der Ansicht, man muss die Sicherheitsvorkehrungen Schritt für Schritt  steigern, wenn die Situation es erfordert. Sie haben damit begonnen, die Gymnasien und Universitäten zu schließen, weil man der Ansicht ist, dass diese Schüler sich selbst beschäftigen können, sie die Erwachsenen nicht zum Lernen nicht benötigen. Ein sechsjähriges Kind kann ich ja nicht alleine zu Hause lassen. Die benötigen ja einen Erwachsenen, der auf sie aufpasst. So sieht es aus.

Wie schaut es um Eure Wirtschaft und Jobs aus?  
In Schweden gehen viele in Arbeitszeitverkürzung. Janne (ihr Mann) ist auch betroffen. Bei uns im Architektenbüro sind auch massenhaft Projekte storniert worden, sodass wir mit Stellenabbau rechnen müssen.

Wie schaut es mit dem Infektionsgeschehen in Schweden aus?
Wie Ihr vermutlich wisst, ist das Zentrum von Corona in Stockholm. Dort fing es an. Genau nach der Sportwoche, als die Urlauber aus dem Skiurlaub aus Italien zurückkamen. Viele Bereiche in Schweden sind vermutlich noch gar nicht vom Virus betroffen. Die Corona-Kurve steigt jetzt auch an.
In Stockholm wurde befürchtet, dass sie das Maximum in den Krankenhäusern jetzt erreichen. Aber bisher ist die Kurve in Schweden ja langsam angestiegen, sodass die Katastrophe hoffentlich nicht soo groß wird.

02. April 2020 Der Tagesspiegel (www.tagesspiegel.de)
So vergiftet das Coronavirus die Atmosphäre in deutschen Urlaubsgebieten
In Mecklenburg-Vorpommern sind – ähnlich wie in Schleswig-Holstein – mit Wirkung vom 19. März „touristische Reisen aus privatem Anlass“ untersagt. Das Aufenthaltsverbot gilt auch für jene, die einen Zweitwohnsitz an der Küste unterhalten. Ausnahmen gelten nur für jene, die „einer erwerbsmäßigen und selbstständigen Tätigkeit“ nachgehen, „also wenn sie zum Arbeiten ins Land kommen“. Menschen mit dem “falschen PKW-Kennzeichen” verichten von einem Klima der Einschüchterung und offener Feindseligkeit. „Du bringst uns Corona“, war auf einen Zettel geschrieben, der bei Otterndorf – an der Elbmündung gelegen – an der Windschutzscheibe eines ortsfremden Autos klebte.

01. April 2020: FragDenStaat (www.fragdenstaat.de)
Wie umgehen mit der Corona-Pandemie?
Seit einer Woche berichten deutsche Medien über ein Strategiepapier des Bundesinnenministeriums, das den Umgang der Bundesregierung mit der Corona-Pandemie vorzeichnen soll. Bisher hat das Ministerium das 17-seitige Strategiepapier mit dem Titel „Wie wir COVID-19 unter Kontrolle bekommen“ nicht veröffentlicht – es als Verschlusssache deklatiert – und nach dem 18. März an weitere Ministerien sowie das Bundeskanzleramt verteilt. Fragdenstaat ging vor Gericht und schaffte es, das das Dokument der Öffentlichkeit zugänglich wurde. Übrigens: FragDenStaat ist spendenfinanziert!

30. März 2020: Spektrum der Wissenschaft (www.spektrum.de)
Psyche in der Krise
Kontaktverbote, Quarantäne, Ausgangsperren: Die Corona-Krise bedroht nicht nur unsere körperliche, sondern auch unsere psychische Gesundheit. Sprektrum der Wissenschaft berichtet: “Am 22. März 2020 spricht Bundeskanzlerin Angela Merkel auf Grund der Coronavirus-Pandemie ein bundesweites Kontaktverbot aus. Auf die Straße dürfen Bürgerinnen und Bürger fortan lediglich zu zweit oder mit Personen, mit denen sie den Haushalt teilen. Zu allen anderen gilt es einen Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. In Bayern ist das Verlassen der Wohnung vorübergehend sogar nur noch aus triftigen Gründen gestattet, etwa um zur Arbeit zu gehen, einzukaufen oder einen Arzt aufzusuchen. Kitas und Schulen sind geschlossen, Konzerte und Theatervorstellungen abgesagt.”

KW 8-13:
17. Februar – 29. März 2020

27. März 2020: Spielgel Politik (www.spiegel.de)
Vertrauliche Regierungsstudie beschreibt Corona-Szenarien für Deutschland
Mehrere Wissenschaftler haben nach SPIEGEL-Informationen für das Innenministerium untersucht, wie sich die Epidemie ausbreiten könnte. Das Ergebnis mündete in einem 17-seitigen Strategiepapier. In einem Worst-Case-Szenario beschreiben die Wissenschaftler, was passiert, wenn der Staat gegen die Corona-Epidemie nur wenig unternimmt, etwa nur Großveranstaltungen verbietet und Reisetätigkeiten einschränkt. Infolgedessen wären laut Strategiepapier in kürzester Zeit 70 Prozent der Bevölkerung infiziert, mehr als 80 Prozent der Intensivpatienten müssten von den Krankenhäusern abgewiesen werden, die Todeszahlen in Deutschland überstiegen die Millionengrenze. So das Szenario der vermeintllichen Experten.

11. März 2020: Deutsche Wirtschaftsnachrichten
(www.deutsche-wirtschafts-nachrichten.de)
Lungenarzt schlägt Alarm: Wirtschaft und Politik wollen das Corona-Virus für ihre Zwecke instrumentalisieren
Für den Arzt und Gesundheitsexperten Dr. Wolfgang Wodarg ist das Corona-Virus nur eines von vielen Viren, die Erkrankungen der Atemwege auslösen können. Der ehemalige Bundestags-Abgeordnete warnt vor einer Instrumentalisierung durch Wirtschaft und Politik. Wolfgang Wodarg: Akute Atemwegserkrankungen wie Grippe oder Erkältungen gibt es in jedem Jahr. Dafür sind neben Rhino-, Influenza-, RSV- und weiteren auch Corona-Viren verantwortlich. 5 bis 15 Prozent der grippeähnlichen Erkrankungen lassen sich auf sie zurückführen. Die genauen Anteile variieren von Jahr zu Jahr. Das war in der Vergangenheit so und wird auch in Zukunft so sein. Das Besondere der letzten Wochen ist keine Zunahme der Coronavirus-Erkrankungen, sondern die Aktivität der Spezialisten, die nach ihnen suchen.

Lieber Leser:

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Danke, Monika M. Hoyer


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